Gefühlsmuster:

Wenn in der Schwangerschaft alles anders wird

Während der Schwangerschaft hatte ich immer wieder das Gefühl, dass es mir eigentlich gut geht. In letzter Zeit ist das leider nicht mehr der Fall. Ich denke dennoch, dass es primär an der Schwangerschaft liegt und weniger an meinem ADHS. Natürlich spielt das ADHS zum Teil mit hinein, denn es hat mein bisheriges Leben komplett geprägt – aber dieses Mal fühlt es sich irgendwie anders an.

Die Zweifel, die ich habe, beziehen sich auf so viele verschiedene Dinge. Einige davon bin ich zum Glück schon losgeworden, aber andere sitzen tief. Momentan habe ich sehr starke Zweifel an mir als Frau. Ich habe das Gefühl, dem Ganzen einfach nicht gerecht zu werden. Ich kann beim besten Willen nicht genau definieren, was ich damit meine – ich fühle es einfach nur unglaublich stark in mir.

Ein Gespräch, das gesessen hat

Letzte Nacht hatte ich ein Gespräch mit meinem Mann. Er hat mir offen gesagt, dass er wegen meiner aktuellen Art verunsichert ist und deshalb momentan keine Nähe zu mir sucht. Das hat so tief gesessen. Sofort kam in mir der Gedanke hoch, eine schlechte Ehefrau zu sein und dass er ohne mich vielleicht besser dran wäre.

Denn mal ehrlich: Wer will schon dafür verantwortlich sein, dass der Mensch, den man am meisten liebt, so empfindet? Es hat unheimlich wehgetan und ich weiß gerade einfach nicht, was ich machen soll. In solchen Momenten schleichen sich Gedanken ein, dass es für ihn ohne mich leichter wäre.

Die Hoffnung auf die Zeit danach – und eine alte Angst

Ich hoffe und wünsche mir so sehr, dass diese Gefühle nach der Schwangerschaft wieder verschwinden und es am Ende „nur“ an den Hormonen gelegen hat.

Und das bringt mich zum nächsten Punkt, der mir auch etwas Angst macht: Nach meiner ersten Schwangerschaft – das war noch vor meiner ADHS-Diagnose – sind meine Hormone dermaßen durchgedreht, dass ich Gedanken hatte, die ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mit euch teilen kann. Aber eines kann ich sagen: Sie waren für mich der absolute Horror, und ich schäme mich noch heute dafür.


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